RINGETIKETTE...

nicht nur für Anfänger und Kinder!

 

Manch einer von uns Border Collie Besitzern hat Kinder und wie nett ist es doch, wenn die lieben Kleinen dann genau wie die großen im Ring unsere schön zurecht gemachten vierbeinigen Lieblinge präsentieren,... da geht so manchem das Herz auf. Oder?

 

Bei Kind und Hund ab 3 Jahren ist das sicher so. Trotzdem sollten wir im Interesse aller Beteiligter unsere Kinder /Hunde nicht ohne Übung daran teilnehmen lassen. Zu den weniger schönen Erfahrungen eines Kleinen Kindes gehört es sicher, von seinem Hund aus dem Ring gezogen zu werden, weil dieser lieber zu Frauchen rennt oder unbedingt der hübschen Hundedame nachsteigen, oder schnell mal an den Richtertisch pinkeln muß- witzig- surreal- nein, alles live schon mal gesehen. Da können einem vor allem die Kinder leid tun.

Wichtig also ist: Daheim dem Kind schon Mal die Chance geben zu Üben. Hund und Kind sollten vertraut sein (nicht jeder Hund hört auf kleine Kinder) und ich sollte meinem Kind helfen sowohl eine Frage vom Richter nach Rasse/Alter des Hundes zu beantworten, als auch das Führen des Hundes und das Laufen von Figuren zu können und umzusetzen. Für ein kleines Kind ist es recht schwer eine Figur wie ein Dreieck zu laufen. Auch das Gebiss (des Hundes) korrekt zu zeigen, will gelernt sein!

Zum Vorführen empfehle ich eine kurze Showleine, dann kommt es zu keinen Verwicklungen oder gar Stürzen! Auch sollte der Hund gelernt haben Leckerchen vorsichtig aus der Hand von Kindern zu nehmen.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dann macht es sicher allen Spaß- und Übung macht den Meister,...Und wie stolz sind die Kinder dann auf ihre tollen Pokale!

 

Ab 8 Jahre beginnt die ernsthaftere Form des Vorführens: das Juniorhandling. Hier sollte wirklich nichts dem Zufall überlassen werden, sondern Kind und Hund gut vorbereitet und korrekt gekleidet in den Ring gehen.

Es wird in 2 Altersklassen gerichtet. Altersklasse 1 : Kinder ab 8 Jahre bis zu 11 Jahren und in Altersklasse 2 dann die Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren. Danach ist leider Schluß- dann bleibt nur das Ausstellen im regulären Rassebewertungsring.

Eigentlich muss jeder erwachsene Aussteller sich auch den gleichen Anforderungen beugen und mit mindestens der gleichen Qualität sein Tier präsentieren- oft können wir Großen da noch etwas von den Jugendlichen lernen.

Meine große Tochter stellte sehr gerne Hunde aus, allerdings oft lieber bei den Erwachsenen- weil es, wie sie es ausdrückte, da „leichter“ war, hier lassen die Richter leider oft viele Unzulänglichkeiten und Fehler durchgehen. Oft hatte sie im Richterbericht stehen: Hund sehr schön/gut präsentiert,...

Hier nun für uns ALLE die offiziellen

 

                           Anforderungen an Junior-Handler:

Doch auch ein Erwachsener, der es richtig macht, fällt immer positiv auf! ..

 

Der Jugendliche muss durch die Art seiner Vorführung erkennen lassen, dass ihm die gängigen

Abläufe im Ring vertraut sind.

Bei der Präsentation seines Hundes in der Gruppe sollte er:

- seinen Hund in angemessener Entfernung von anderen Hunden aufbauen, um Irritationen zu vermeiden.

- sich selbst im Stand nicht zu dicht hinter seinem Hund befinden, um den Blick des Richters nicht

abzulenken,

- seinen Hund auf einer Höhe mit dem Konkurrenten aufbauen und nicht “aus der Reihe tanzen”,

- seinen Hund im Kreis in angemessenem Abstand zu dem vor ihm laufenden Tier führen und ihn

keinesfalls “auflaufen” lassen (ein besonders geschickter Vorführer hält seinen Hund zurück, wenn er

sich ausserhalb des Blickfeldes des Richters befindet, um dadurch Raum zu gewinnen, und läuft (nicht rennt!)erst dann in dem Gangwerk des Hundes angemessenen Tempo (!!!), wenn er in das Blickfeld des Richters eintritt).

 

Bei der Einzelpräsentation seines Hundes muss der Junior-Handler:

 

- ohne Verzögerung oder besondere Aufforderung seinen Hund zu der zur Einzelbegutachtung

vorgesehenen Stelle bringen (zweckmäßigerweise geschieht dies bereits, während der Richter noch das Gangwerk des vorhergehenden Hundes prüft - wobei selbstverständlich keinesfalls dieser

Prüfungsvorgang gestört oder behindert werden darf! ),

 

- selbständig entscheiden, ob er seinen Hund auf dem Boden oder auf dem Tisch aufbaut - er muss

wissen, welches die für seine Rasse gebräuchlichere Art der Präsentation ist.

 

- sein Wissen über die Reihenfolge der Begutachtung der Körpermerkmale des Hundes dadurch zeigen, dass er sich, ohne den Richter in irgendeiner Weise zu behindern, so zum Hund stellt, dass dieser jeder Zeit unter Kontrolle ist und die Begutachtung problemlos durchgeführt werden kann. Auf Anforderung muss er das Gebiss seines Hundes selbst so präsentieren können, dass der Richter ohne Mühe Zahnstellung und -zahl erkennen kann (sehr störend ist es, wenn der Junior-Handler hierbei mit seinem Kopf die Sicht des Richters versperrt).

 

- die “Figuren” beherrschen, die im Ring zur Demonstration des Gangwerks gefordert werden können, und wissen, wann und wie er mit seinem Hund die Laufrichtung wechselt (= eine “Wende” läuft). Bei allen Figuren ist besonders darauf zu achten, dass sich der Junior-Handler niemals zwischen Richter und Hund befinden darf; der Junior-Handler muss die Position des Richters beachten und entscheiden, auf welcher Seite seines Hundes er sich befinden sollte. Bei der Beurteilung des Gangwerks vorn und hinten ist darauf zu achten, dass der Hund sich in gerader Linie genau vom Richter weg und direkt zu ihm zurück bewegt, damit der Richter seinen Standort nicht zu wechseln braucht. Hier sei erwähnt, dass sich bei allen in “normaler” Richtung gelaufenen Figuren der Hund, wenn es der Standort des Richters zulässt, in der Ausgangsposition auf der linken Seite des Vorführers befindet. Eine Figur muss jedoch unter Umständen auf Wunsch des Richters auch “umgekehrt” gelaufen werden können - in diesem Fall führt der Junior-Handler seinen Hund - zumindest anfangs - auf der rechten Seite.

 

- seinen Hund nach Beendigung jeder Figur soweit vom Richter aufstellen, dass dieser, ohne zurücktreten oder sich bücken zu müssen, noch einmal das Gesamtbild des Hundes prüfen kann.

 

- Um den jeweiligen Hund so vorteilhaft wie möglich vorführen zu können, muss der Junior-Handler die wichtigsten Forderungen des Rassestandards kennen und auch mit der Anatomie eines Hundes vertraut sein. Er muss versuchen, die Mängel des Hundes durch geschicktes Vorführen sowohl im Stand als auch in der Bewegung so wenig offensichtlich wie möglich in Erscheinung treten zu lassen. - Selbstverständlich muss er das international übliche, für die von ihm vorgeführte Rasse typische Handling beherrschen und das für seinen Hund vorteilhafteste Bewegungstempo erkennen können.

( Border Collies z.B. sollen keinesfalls wie gehetzt durch den Ring rasen, sondern gleichmäßig traben!)

 

- Ein guter Junior-Handler ist voll auf seinen Hund konzentriert, ohne die Vorgänge um sich herum außer Acht zu lassen. Er hat seinen Hund stets unter Kontrolle, ohne dass dieser unterdrückt wirken darf. Keinesfalls darf sein Hund andere Hunde oder gar den Richter bedrohen. Im Idealfall gelingt es dem Junior-Handler, seinen Hund durch Zuspruch, Aufmunterung, verständnisvolle Behandlung und Lob dazu zu animieren, sich frei und freudig zu zeigen. Eine solche erkennbar gute Beziehung, die Harmonie zwischen Junior-Handler und Hund, sollte ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidungsfindung darstellen. Der Junior-Handler darf sich durch die Art seines Auftretens keinesfalls in den Vordergrund drängen; er soll nicht sich selbst, sondern mit wenig Aufwand und sparsamen, jedoch effektiven Bewegungen den Hund so vorteilhaft wie möglich zur Geltung bringen. Keinesfalls darf das Verhalten des Vorführers vom Hund ablenken!!!

 

- Nicht ohne Bedeutung ist auch der Anblick, den Junior-Handler und Hund zusammen im Ring bieten. Sehr störend wirkt ein neben dem Hund herabhängendes oder auf dem Boden liegendes freies Ende der Leine. Die Leine sollte sich je nach Situation und Rasse immer entweder zusammengerollt in der Hand des Junior-Handlers befinden oder um dessen Hals gelegt sein (dass es sich möglichst um eine farblich passende, unauffällige Vorführleine handeln sollte, muss sicher nicht gesondert erwähnt werden).Pflicht ist eine sogennante Vorführleine oder Show-Leine, die die Halsung integriert hat, also Leine und Halsband in einem Teil.

 

- Selbstverständlich sollte sich der Hund in einem sehr guten Pflegezustand befinden und rassetypisch zurechtgemacht sein - auch dem besten Junior-Handler ist es nur dann möglich, den Hund in ansprechendem Erscheinungsbild zu präsentieren.

 

- Die Kleidung des Junior-Handlers sollte zur Farbe des Hundes passen und einen möglichst guten Kontrast bieten. Sie muss zweckmässig, sauber und gepflegt sein, darf jedoch nicht auffallen. Zu lässige Kleidung wirkt ebenso unvorteilhaft wie zu elegante . Aufreizende Kleidung sollte nie getragen werden. Empfehlenswert sind Schuhe mit flachen, rutschfesten Sohlen, die im Interesse der Hunde keinesfalls klappern dürfen! Insgesamt müssen Junior-Handler und Hund einen harmonischen, erfreulichen Anblick bieten, der durch eine entsprechende Ausstrahlung noch gefördert werden kann.

 

- Als wichtiger Bewertungsaspekt nicht unerwähnt bleiben darf das Auftreten des Junior-Handlers gegenüber dem Richter und auch gegenüber seinen Konkurrenten. Höflichkeit und Aufmerksamkeit sollten selbstverständlich sein; den Anweisungen des Richters muss konzentriert und genau Folge geleistet werden. Der Richter sollte, wenn möglich, nicht unaufgefordert angesprochen werden, der Junior-Handler muss jedoch auf Fragen (z.B. nach dem Alter des Hundes) Auskunft geben können.

Die Startnummer hat gut sichtbar getragen zu werden. Der Junior-Handler muß rechtzeitig zum Richten erscheinen. Den Anweisungen der Ringhelfer ist Folge zu tragen. Das Richten der anderen Junior Handler darf nicht behindert werden (z.B. Ecken freihalten, etc.)

 

- Das Verhalten zu den anderen Jugendlichen muss freundlich, rücksichtsvoll und, wenn nötig, hilfsbereit sein. Kein Junior-Handler darf seine Mitstreiter stören oder behindern; Quietschies oder Clicker sind im Ring nicht angebracht und auch ein Einwirken von außen ist nicht erlaubt. Fairness und Sportlichkeit sind oberstes Gebot. Für alle Jugendlichen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, den besser platzierten Konkurrenten zu gratulieren. Wenn der Juniorhandler gewinnt verhält er sich angemessen und keineswegs übertrieben. (z.B. lautes Schreien oder Kreischen, den Richter umarmen etc.)

 

Nun, haben wir das alles schon gewußt ? und- halten wir uns immer daran???

Sicher ist da noch das eine oder andere auch bei uns zu verbessern- arbeiten wir daran, - für mehr Fairness und Sportlichkeit im Ring!

 

Elke Hirsch

Border Collies von der kleinen Arche